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Das Hufeland Klinikum strebt eine Zertifizierung durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe noch in diesem Jahr an.
Die strengen Kriterien, die so eine Zertifizierung erst möglich machen, erfüllt das Krankenhaus schon jetzt.

Am und um den 10. Mai finden bundesweit Aktionen zum Thema Schlaganfall statt, seitdem die Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe im Jahr 1999 den Tag gegen Schlaganfall ins Leben gerufen hat. Das Thema ist dabei aktuell wie noch nie. Schlaganfall ist nach Herzinfarkt und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland: die Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe geht von 270.000 Schlaganfällen im Jahr aus. Fast 40 Prozent überleben das erste Jahr nicht. Doch die Möglichkeiten, schwerwiegende Folgen zu verhindern, verbessern sich durch den Einsatz einer neuen Methode, die auch im Hufeland Klinikum zum Einsatz kommt.

Bei einem Schlaganfall ist ein Hirnbereich mehr als 24 Stunden mit Blut unterversorgt, was zu Störungen der Gehirnfunktion führt. Verursacht werden die Durchblutungsstörungen bei etwa 80 Prozent der Patienten durch eine Verstopfung von Blutgefäßen.  Je nach betroffenem Gehirnareal und Schweregrad kann ein Schlaganfall ganz unterschiedliche Symptome zur Folge haben: Vom herabhängenden Mundwinkel bis zum schlagartigen Verlust des Sprech- und Sehvermögens, Lähmungen und Taubheitsgefühle, die typischerweise nur eine Körperhälfte betreffen. Aber auch plötzlich einsetzender Schwindel, Gangstörungen oder seltener starke Kopfschmerzen gehören zu den Symptomen. Ein Schlaganfall kann tödlich sein. Deshalb ist schnelle und präzise Hilfe so enorm wichtig.

Die Hufeland Klinikum GmbH spezialisiert sich mit der Errichtung einer sogenannten „Stroke Unit“ in direkter Nähe zur Intensivstation auf die Schlaganfall-Patienten aus der Region. Eine Stroke Unit, also eine „Schlaganfallstation“, ist eine auf Schlaganfall-Patienten spezialisierte Abteilung im Krankenhaus. Sie bietet die Möglichkeit einer besonders intensiven Betreuung von Schlaganfall-Patienten, die so auf einer normalen Station nicht gewährleistet werden kann.

Hier kümmert sich ein Team aus Fachleuten um die gesamte Versorgung des Patienten – angefangen von der Akuttherapie über die frühe Rehabilitation bis hin zu Leistungen im sozialen Bereich. Neurologen, Kardiologen, Neuro- und Gefäßchirurgen sowie Röntgenfachärzte arbeiten als Organisationszentrale zusammen und erstellen ein individuelles Behandlungskonzept, um den Patienten bestmöglich rund um die Uhr versorgen zu können. Physio- und Ergotherapeuten sowie gegebenenfalls Logopäden bestimmen das Rehabilitationsprogramm.

Die Chance einen Schlaganfall zu überleben und keine Behinderung davon zu tragen, erhöht sich durch eine Behandlung in der Stroke Unit um 25 Prozent, sagt die Deutsche Stiftung Schlaganfall-Hilfe. Hat der Patient einen Infarkt erlitten, gilt das Verfahren der Thrombolyse (auch Lyse genannt) als Standardtherapie. Hier bewirken Medikamente, dass sich die Gerinnsel auflösen. So können Bereiche im Gehirn vor dem Absterben bewahrt werden, die durch den Gefäßverschluss zunächst nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt worden waren.

In bestimmten Fällen kommt die neue Methode der Thrombektomie zum Einsatz. Dieses Verfahren ist eine komplizierte und aufwändige Methode, die nur von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden kann. Am Hufeland Klinikum wird das Verfahren bei großen Gerinnseln, die in einer der großen Hirnarterien feststecken, bereits erfolgreich angewendet. „Dabei wird von der Leistenschlagader ein Katheter bis in die Halsschlagader vorgeschoben“, erklärt der Chefarzt der Radiologie, Dr. Ralph Hünerbein. „Durch diesen Führungskatheter werden dann wie bei einem Teleskoprohr weitere kleiner werdende Katheter bis an das Gerinnsel tief im Gehirn heran geführt. Hat der Katheter das Gerinnsel erreicht, wird ein starkes Vakuum angeschlossen. Mit diesem Unterdruck gelingt es, das Gerinnsel abzusaugen“, so der Mediziner.  „Es ist die mit Abstand wirksamste Methode, die es jemals gab“, wird Hans-Christoph Diener, der ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft für Neurologie, in einem Pressebericht zitiert. Die Sterberate und der Grad der Behinderung würden durch die neue Behandlungsmethode schon jetzt zurückgehen.

Das Hufeland Klinikum strebt eine Zertifizierung durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe noch in diesem Jahr an. Die strengen Kriterien, die so eine Zertifizierung erst möglich machen, erfüllt das Krankenhaus schon jetzt.