Hufeland Adipositaszentrum

Standort Bad Langensalza

Adipositaszentrum_LSZ_2017_01_16

Immer noch sind übergewichtige Menschen in Deutschland medizinisch erheblich unterversorgt. Das liegt vor allem auch daran, dass die Finanzierung therapeutischer Maßnahmen – ob konservativ oder chirurgisch – nicht gesichert ist. Die Krankenkassen sind zwar auf Antrag zur Prüfung jedes einzelnen Falles verpflichtet, ihr Medizinischer Dienst (MDK) ist mit seinen Kostenerstattungsempfehlungen aber sehr restriktiv. Nach Erhebungen des statistischen Bundesamtes sind über 55 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland übergewichtig. Dabei ist der Anteil der wirklich krankhaft (morbid) adipösen Erwachsenen (Adipositas Grad III, BMI > 40) in den letzten zehn Jahren um 76 % angestiegen. So liegt der Anteil dieser wirklich kranken Menschen in unserem Land bei über 1,8 %, mehr als 1,5 Millionen leiden damit an einer chronisch fortschreitenden und derzeit nahezu unheilbaren Erkrankung und ihre Zahl wird weiter zunehmen.

Diese Entwicklung stellt das Gesundheitssystem vor gewaltige Probleme. Es geht die Erkrankung nicht nur mit einer deutlichen Verkürzung der Lebenserwartung, einer verminderten Lebensqualität und oft auch einem sozialen Abstieg und einer Ausgrenzung der Betroffenen einher, sondern sie ist zusätzlich mit einer Reihe von schwerwiegenden Folgeerkrankungen behaftet. Hierzu gehören in erster Linie die Blutzuckerkrankheit (Diabetes Typ 2), Herz- und Lungenstörungen, Probleme mit dem Skelett (Wirbelsäule und große Gelenke), Fettstoffwechselstörungen sowie Gefäß-, Augen- und Nierenerkrankungen (durch Bluthochdruck vermittelt).


Zentrum für Adipositas und metabolische Chirurgie am Hufeland Klinikum

In den letzten Jahren hat sich überraschender Weise gezeigt, dass die Adipositaschirurgie einen entscheidenden Einfluss auf den Stoffwechsel und ganz besonders auf den Zuckerstoffwechsel hat. Dieser Effekt tritt praktisch sofort nach der Operation ein und nicht erst, wie zu erwarten wäre, nach einem signifikanten Gewichtsverlust. Die komplizierten Regelkreise sind Gegenstand umfangreicher wissenschaftlicher Studien und haben bereits dazu geführt, dass man an Stelle von Adipositaschirurgie von metabolischer Chirurgie spricht (Metabolismus-Stoffwechsel). So ist bereits Stunden nach der Operation ein bedeutender Teil der Typ 2 Diabetiker nicht mehr insulinpflichtig. Es gibt erste Untersuchungen, bei denen Diabetiker ohne wesentliches Übergewicht erfolgreich operiert worden sind. Für einen dauerhaften Erfolg der OP ist die lebenslange Nachsorge von entscheidender Bedeutung. Hierfür müssen regelmäßig ambulante Termine zur Verlaufskontrolle in der Adipositasstunde vereinbart werden.


Weitere fachliche Informationen finden Sie in unserem Flyer  Adipositas - Nr. e405.

Chefarzt

Priv.-Doz. Dr. med. 
Lutz-Dieter Schreiber

Portrait CA Dr. Schreiber

Facharzt für Chirurgie 
und Visceralchirurgie;
stellvertretender Ärztlicher Direktor

Sekretariat

Ivonne Tippmann
Corinna Röhner

Telefon:
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03603 855-689

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medizin.lsz@hufeland.de

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